3 Nachteile beim Anbau in Kokos (und Lösungen) – Shogun Fertilisers Direkt zum Inhalt
3 Nachteile beim Anbau in Kokos

3 Nachteile beim Anbau in Kokos

Was ist Kokos?

Wenn man über Kokossubstrat spricht, sollte man meiner Meinung nach zuerst klären: Was genau ist eigentlich Kokos? Vorweg: Die Begriffe „Kokos“ und „Kokosfaser“ werden gleichbedeutend verwendet. Manche Shops und Grower sagen Kokos, andere Kokosfaser. Wir bevorzugen Kokos – das ist auch der gängigste Begriff im spezialisierten Hobbymarkt.

Kokos wird aus den verarbeiteten Schalen von Kokosnüssen hergestellt. Ganz einfach gesagt: Die Kokosschalen werden in Wasser eingeweicht, um die Fasern aufzuweichen, und anschließend zu Fasern, Chips oder Kokosmark zerkleinert. Wenn du einen Sack Kokos kaufst, kaufst du in der Regel eine Mischung aus Fasern und (überwiegend) Kokosmark. Das Verhältnis von Kokosmark zu Fasern bestimmt die Drainage und die Wasserspeicherkapazität deines Kokossubstrats. Kokossubstrate sind auf das richtige Verhältnis von Luft zu Wasser abgestimmt. Kokoschips findest du vor allem in Orchideenmischungen. Zusammengefasst:

  • Kokosmark für die Wasserspeicherung
  • Fasern für die Belüftung
  • Chips für Orchideen (nicht Thema dieses Artikels)

Kokos auf einen Blick

Kokosmark, Fasern oder Chips?

So schneiden die einzelnen Kokosarten ab – bewertet von 1 (niedrig) bis 5 (hoch).

Nahaufnahme von Kokosmark, einem feinen, krümeligen Substrat

Kokosmark

Fein und schwammig – speichert Wasser

Wasserspeicherung5/5
Drainage2/5
Struktur1/5
Nahaufnahme von Kokosfasern, lange verflochtene Fasern der Kokosschale

Fasern

Lange Fasern – bringen Luft ins Substrat

Wasserspeicherung3/5
Drainage4/5
Struktur3/5
Nahaufnahme von Kokoschips, grobe Würfel aus Kokosschale

Chips

Grobe Stücke – für Orchideenmischungen

Wasserspeicherung2/5
Drainage5/5
Struktur5/5

Struktur = wie gut das Kokos seine Form behält und während des Anbaus nicht verdichtet.

Kokos: Sack oder Ziegel?

Kokos wird in zwei Formen verkauft: entweder im 50-Liter-Sack oder als gepresster (entwässerter) Ziegel bzw. Block. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Sack Kokos braucht weniger Vorbereitung – du füllst ihn in den Topf und los geht’s. Einen gepressten Ziegel musst du in warmem Wasser einweichen und rehydrieren, bevor du ihn in den Topf geben kannst. Ziegel machen anfangs mehr Arbeit, sind aber leichter zu tragen und günstiger als Säcke. Die meisten Grower greifen zum Sack, um sich das Einweichen zu sparen. Wir haben eine praktische Anleitung zum Einweichen von Kokosziegeln – wenn du sie befolgst, klappt es garantiert.

Außerdem solltest du wissen, dass Kokos von Natur aus Natrium und Kalium enthält. Bei der Herstellung wird dieser Gehalt in der Regel durch gründliches Waschen und die Zugabe von Calcium reduziert. Das nennt man gepuffertes Kokos. Das meiste Kokos, das du im Handel findest, ist bereits gepuffert, sodass du das nicht selbst machen musst.

Bis hierhin habe ich dir viel Technisches über Kokos erzählt. Würdest du mich auf der Straße anhalten und fragen, wie ich Kokos beschreiben würde, würde ich sagen: Es sieht aus wie Erde, fühlt sich an wie Erde, ist aber luftiger und bringt dir insgesamt ein besseres Ergebnis als Erde. Über den letzten Punkt lässt sich natürlich streiten!

Noch ein Hinweis: Wie bei jedem Herstellungsprozess gibt es Qualitätsunterschiede. Am sichersten ist es, RHP-zertifiziertes oder vergleichbar zertifiziertes Kokossubstrat zu kaufen. Die meisten Growshops verkaufen nur RHP-zertifiziertes Kokos – prüfe das aber trotzdem vor dem Kauf.


Kokos eignet sich für Einsteiger bis Profi-Grower

Jetzt, wo wir wissen, was Kokos ist, möchte ich gleich vorweg sagen: Kokos ist ein Substrat, das ich jedem empfehlen würde – vom Einsteiger bis zum Profi. Denk an die verschiedenen Erfahrungsstufen. Ein Einsteiger kann und sollte mit Kokos Erfolg haben, wird aber nicht das gleiche Ergebnis erzielen wie ein erfahrener Profi-Grower. Umgekehrt ist der Profi-Grower in Sachen Leistung durch Kokos nicht eingeschränkt. Mit Kokos lässt sich absolute Spitzenleistung erreichen. Genau das macht den Anbau in Kokos so spannend und lohnend: Die einzige Grenze des Möglichen bist du selbst – der Grower.


Die 3 Nachteile beim Anbau in Kokos

Der Anbau in Kokos hat Nachteile – aber was ist ein Nachteil ohne Vergleich? Ich will diesen Artikel nicht als Vergleich aufziehen, werde aber Alternativen nennen, die natürlich ihre eigenen Nachteile (und Vorteile) haben.


Nachteil 1: Technik – Nährstoffmanagement

Stell dir vor: Du legst einen Samen in einen Topf, gehst zum Wasserhahn, füllst deine Gießkanne und gießt deine Pflanze. Das machst du weitere 8–12 Wochen, und dann ist Erntezeit. Tja, der Anbau in Kokos ist fast das genaue Gegenteil davon! Aber das wusstest du bestimmt schon!

Jetzt die Realität: Du setzt deinen Samen in einen kleinen Topf mit Kokossubstrat. Kokos enthält so gut wie keinen Dünger, deshalb musst du beim Gießen immer eine Nährlösung verwenden. Da du gerade erst beim Samen bist, willst du deinen Pflanzen den bestmöglichen Start geben. Dafür nimmst du den Wurzelstimulator Shogun Katana Roots und Shogun Start – beide sind unverzichtbar, damit dein Sämling optimal startet. Und nicht nur das: Bis zur Ernte verwendest du durchgehend Shogun Samurai Coco, eine Nährstoffformel, die speziell für Kokossubstrat entwickelt wurde. Damit ist der erste Nachteil auf den Punkt gebracht: Kokos enthält so gut wie keine Nährstoffe und erfordert Nährstoffmanagement vom Samen bis zur Ernte.

Bevor das Nährstoffmanagement jetzt wie eine lästige Pflicht klingt: Gerade weil du die Nährstoffe, die deine Pflanzen bekommen, zu 100 % selbst steuerst, ist diese Anbaumethode so effektiv. Hinzu kommt: In Großbritannien ist Kokos mit Abstand das beliebteste Substrat und wird von rund 70–80 % der Grower verwendet. Auf dem europäischen Festland ist Erde das vorherrschende Substrat, gefolgt von Kokos. (Quelle: interne Marktforschung, Okt. 2026)

Was genau sind also die Nachteile beim Nährstoffmanagement?

pH- und EC-Kontrolle. Ganz einfach: Du musst deinen Pflanzen Nährstoffe in der richtigen Stärke und im richtigen pH-Bereich von 5,8–6,3 geben – mit 5,5–6,5 kommst du aber auch noch zurecht. Keine Sorge, wenn dir dabei Fehler passieren: Einer der Nachteile von Kokos ist hier gleichzeitig ein Vorteil. Weil Kokos anfangs fast keine Nährstoffe enthält, kannst du jederzeit mit Wasser durchspülen und es beim nächsten Mal richtig machen.

Calcium- und Magnesiummangel! Darüber reden Grower nur zu gerne – und oft bekommt Kokos die Schuld! Es stimmt, dass der Anbau in Kokos zu diesen Mängeln führen kann. Wenn du aber von Anfang an hochwertiges, gepuffertes Kokos zusammen mit speziellen Kokos-Nährstoffen verwendest, solltest du keine Probleme haben. Trotzdem sind Calcium- und Magnesiummängel nicht ungewöhnlich, vor allem bei Growern in Gegenden mit weichem Wasser (Leitungswasser-EC ≤ 0,4). Mit Shogun CalMag ist das Problem gelöst.


Nachteil 2: Physisch – Kokos ist sperrig

Ich bin seit Anfang der 1990er-Jahre in dieser Branche, und in der Anfangszeit war Kokos für Hobby-Grower kaum erhältlich. Das änderte sich erst Anfang der 2000er-Jahre, und auch dann zunächst nur in sehr kleinem Umfang. Davor haben fast alle Grower Hydroponik verwendet. Egal ob Experte oder Einsteiger – alle haben es gelernt, und fast alle hatten mit Hydroponik Erfolg. Ein Vorteil für alle Beteiligten war, dass man – abgesehen von Blähton in Ebbe-Flut-Systemen – kaum schweres Substrat schleppen musste. Das vorherrschende System dieser Zeit war der Nutriculture NFT Gro-Tank, der ganz ohne Substrat auskam – nur mit Wasser und Nährstoffen.

Spulen wir vor bis Ende der 2000er-Jahre: Da hob der Anbau in Kokos so richtig ab.

Kokos ist sperrig. Kokossubstrat wird meist in 50-Liter-Säcken verkauft, und je nach Topfgröße und Umfang deines Grows kaufst und transportierst du womöglich eine ganze Menge 17-kg-Säcke mit je 50 l Kokos. Wenn du 20 Pflanzen in 16-Liter-Töpfen anbaust, sind das 7 Säcke Kokos. Machbar, aber nicht immer ideal.


Nachteil 3: Umwelt – Entsorgung

Entsorgung: Wie werde ich mein altes Kokos los? Gebrauchtes Kokos zu entsorgen, ist für viele Grower ein Problem – und für viele andere ein Segen. Am einfachsten und besten ist es, dein gebrauchtes Kokos nach draußen zu bringen und in deinen Garten einzuarbeiten. Dein Gemüse wird es dir danken, wenn dieses nun nährstoffreiche, belüftende Material in die Erde eingearbeitet wird. Wenn du in einer Wohnung ohne Garten lebst, ist das schon schwieriger. Mein Tipp: Sprich mit Kleingärtnern und frag, ob sie dein gebrauchtes Kokos haben möchten. Jeder Kleingärtner, der etwas auf sich hält, nimmt dieses Angebot gerne an.

Die Umwelt: Kann ich mein Kokos recyceln, statt es zu entsorgen? Bevor wir uns dem Recycling widmen, sollten wir die Umweltauswirkungen nicht ignorieren, die entstehen, wenn ganze Containerladungen Kokos aus Ländern wie Sri Lanka und Indien nach Europa verschifft werden. Das hat echte Umweltkosten. Teilweise wird das aber dadurch ausgeglichen, dass im Anbau kein Torf mehr verwendet wird – was uns allen zugutekommt.

Das Recycling deines Kokossubstrats ist eine Möglichkeit, Abfall zu reduzieren (wenn auch nicht ganz zu vermeiden) und Kosten zu sparen. Viele Jahre lang haben Grower ihr Kokos nur einmal verwendet und es dann auf irgendeine Weise entsorgt. Das muss aber nicht so sein. Heute verwenden viele Grower Shogun Zenzym, um ihr Kokossubstrat während des gesamten Grows frisch und gesund zu halten. Am Ende des Anbauzyklus entfernen sie die alten Wurzeln und stellen eine neue Mischung aus 50 % altem und 50 % neuem Kokossubstrat her. So spart man Geld, und viele Grower schwören auf die Ergebnisse.

Denk daran: Kokos ist ein zu 100 % natürliches Produkt. Wie auch immer du es am Ende entsorgst – es ist biologisch abbaubar.


Die 3 Nachteile beim Anbau in Kokos und mögliche Lösungen

Technik – Nährstoffmanagement
  • Kauf dir ein pH-Testkit (ca. 5 £)
  • Halte dich an ein Düngeschema oder nutze einen Düngeplan-Rechner
  • Sammle Erfahrung – es ist einfacher, als du denkst
Physisch – sperrig
  • Recycle dein Kokos
  • Kauf gepresste Kokosziegel und weiche sie selbst ein
  • Zieh ein NFT-Hydroponiksystem in Betracht (System auf Wasserbasis)
Umwelt – Entsorgung
  • Recycle dein Kokos
  • Arbeite dein gebrauchtes Kokos in deinen Garten ein – deine Pflanzen werden es dir danken

Wie du siehst, hat der Anbau in Kokos durchaus seine Nachteile – aber die Tatsache, dass es so beliebt ist, sagt schon viel. Aus meiner Sicht ist es ein großartiges Substrat. Mir gefallen Optik und Haptik, und mir gefällt, dass ich die volle Kontrolle darüber habe, was meine Pflanzen bekommen. Vor allem aber fühlt es sich wie eine sehr natürliche Art an, Pflanzen anzubauen – eine gelungene Mischung aus Wissenschaft und Natur.

Schwarz-Weiß-Porträt von Justin Henry, Mitgründer von Aqualabs

Über den Autor

Justin Henry

Ich bin seit 1994 in der Branche und habe 25 Jahre lang als Händler gearbeitet. 2013 habe ich Aqualabs zusammen mit Dr. Callie Seaman und Simon Spinks gegründet, und wir stellen die Produktreihe von Shogun Fertilisers her. Pflanzen und die Branche begeistern mich nach wie vor.

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